Luxemburg – verpflichtende B2B-E-Rechnung über Peppol ab 2028/2029: Welche Umsetzung ist in SHP geplant?
Hallo zusammen,
die Chambre des Métiers Luxembourg hat am 20.07.2026 um 16:07 Uhr eine Rundmail zur geplanten verpflichtenden elektronischen B2B-Rechnung in Luxemburg versendet.
Demnach hat der luxemburgische Regierungsrat am 17.07.2026 beschlossen, einen Gesetzentwurf zur verpflichtenden elektronischen Rechnungsstellung zwischen Unternehmen einzubringen.
Die Einführung soll schrittweise erfolgen:
- Ab 01.01.2028 müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können.
- Ab 01.07.2028 müssen große und mittlere Unternehmen elektronische Rechnungen ausstellen.
- Ab 01.01.2029 soll die Ausstellungspflicht auch für kleinere Unternehmen gelten.
Als Übertragungsnetzwerk ist Peppol vorgesehen.
Da SHP bereits die Ausgabe von Rechnungen in den Formaten ZUGFeRD und XRechnung unterstützt, würde mich interessieren, wie die weitere Umsetzung für Luxemburg geplant ist.
Insbesondere stellen sich aus meiner Sicht folgende Fragen:
- Ist eine vollständig integrierte Peppol-Anbindung für Luxemburg geplant?
- Wird neben dem Versand elektronischer Rechnungen auch der Empfang über Peppol unterstützt?
- Soll die Peppol-Funktion Bestandteil der bestehenden SHP-PRO-Lizenz werden?
- Werden zusätzliche monatliche Gebühren oder Gebühren je versendeter beziehungsweise empfangener Rechnung anfallen?
- Wird Peppol BIS Billing unterstützt und nicht lediglich der Export einer deutschen XRechnung?
- Werden Zustellmeldungen, Ablehnungen und technische Fehlermeldungen direkt beim jeweiligen Rechnungs- oder Auftragsdatensatz gespeichert?
- Können eingehende elektronische Rechnungen automatisch Lieferanten, Projekten, Bestellungen und gegebenenfalls Aufträgen zugeordnet werden?
- Wird auch der Empfang und die Verarbeitung elektronischer Gutschriften unterstützt?
- Wird neben einer sichtbaren PDF-Darstellung auch das strukturierte Originaldokument revisionssicher archiviert?
- Ist eine Übergabe der strukturierten Rechnungsdaten an Buchhaltung, Steuerberater oder DMS-Systeme vorgesehen?
Für kleine und mittlere Handwerksbetriebe wäre es aus meiner Sicht wichtig, dass Peppol nicht zu einer zusätzlichen externen Insellösung mit einem weiteren Vertrag, einer weiteren Plattform und zusätzlichen laufenden Kosten führt.
Ideal wäre eine vollständige Integration innerhalb von SHP:
Ausgangsrechnung:
Rechnung erstellen → validieren → über Peppol versenden → Zustellstatus empfangen → strukturiertes Original archivieren
Eingangsrechnung:
Peppol-Rechnung empfangen → Lieferant erkennen → Projekt oder Bestellung zuordnen → prüfen und freigeben → an Buchhaltung übergeben
Da SHP die strukturierten Rechnungsformate bereits erzeugen kann, wäre eine integrierte Versand- und Empfangslösung aus meiner Sicht der konsequente nächste Schritt.
Mich würde daher insbesondere eine Stellungnahme von SHP interessieren:
- Besteht bereits eine technische und zeitliche Planung für Luxemburg?
- Ist eine vollständige Peppol-Integration vorgesehen?
- Wird diese möglichst innerhalb der bestehenden SHP-PRO-Umgebung umgesetzt?
Die französische Originalmitteilung der Chambre des Métiers sowie eine deutsche Übersetzung füge ich zur besseren Übersicht in einem zweiten Beitrag ein.
Viele Grüße
Denis
Optima
Luxemburg
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Denis
kommentierte
## Deutsche Übersetzung
**Elektronische B2B-Rechnungsstellung: Eine Verpflichtung als Chance nutzen**
Der luxemburgische Regierungsrat hat in seiner Sitzung vom Freitag, dem 17. Juli 2026, beschlossen, einen Gesetzentwurf einzubringen, mit dem die elektronische Rechnungsstellung zwischen Unternehmen in Luxemburg verpflichtend eingeführt werden soll.
Damit wird die bereits für Rechnungen an den öffentlichen Sektor geltende elektronische Rechnungsstellung auf den Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen ausgeweitet.
Da diese Entwicklung bei den Betrieben Fragen aufwerfen kann, möchte die Chambre des Métiers die luxemburgischen Handwerksunternehmen bei allen Schritten dieser Umstellung begleiten.
**Eine Chance zur Modernisierung**
Über die gesetzliche Verpflichtung hinaus kann die frühzeitige Vorbereitung auf die elektronische Rechnungsstellung für Unternehmen eine tatsächliche Möglichkeit zur Vereinfachung ihrer Verwaltungsabläufe darstellen.
Die Rechnungsverarbeitung kann automatisiert und der Aufwand für Tätigkeiten mit geringer Wertschöpfung reduziert werden.
Die Umstellung soll auf dem europäischen Peppol-Netzwerk basieren. Über dieses Netzwerk können Geschäftsdokumente wie Rechnungen und Gutschriften unmittelbar, standardisiert und sicher ausgetauscht werden. Dadurch sollen unter anderem Zahlungsfristen verkürzt werden.
**Ein schrittweiser und planbarer Zeitrahmen**
Damit sich Unternehmen in Ruhe und im eigenen Tempo auf die Umstellung vorbereiten können, sieht der Gesetzentwurf eine schrittweise Einführung vor:
* 1. Januar 2028: Verpflichtender Empfang elektronischer Rechnungen für alle Unternehmen.
* 1. Juli 2028: Verpflichtende Ausstellung elektronischer Rechnungen für große und mittlere Unternehmen.
* 1. Januar 2029: Ausweitung der Ausstellungspflicht auf alle übrigen Unternehmen, insbesondere kleinere Betriebe.**Umfassende und individuelle Unterstützung**
Die Chambre des Métiers will verschiedene Unterstützungs- und Begleitmaßnahmen für Unternehmen bereitstellen:
* Unterstützung vor Ort durch Informationsveranstaltungen und praktische Workshops in Zusammenarbeit mit der House of Entrepreneurship.
* Bereitstellung von Entscheidungshilfen, die an die Besonderheiten des luxemburgischen Marktes angepasst sind.
* Beratung zu finanziellen Fördermöglichkeiten für den Erwerb geeigneter Software.
* Überarbeitung und Erweiterung eines technischen Informationsblattes zur elektronischen Rechnungsstellung.Die Chambre des Métiers informiert die Handwerksunternehmen außerdem über die verschiedenen Möglichkeiten, elektronische Rechnungen über Peppol auszustellen und zu übermitteln:
* Nutzung beziehungsweise Anmietung eines Peppol-Zugangspunktes bei einem spezialisierten Dienstleister.
* Einrichtung eines eigenen Peppol-Zugangspunktes, was vor allem für größere Unternehmen mit eigener IT-Abteilung interessant sein kann.
* Nutzung einer Rechnungs-, Buchhaltungs- oder ERP-Software, die den Versand Peppol-konformer Rechnungen bereits standardmäßig unterstützt.Im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der luxemburgischen Handwerksunternehmen und zur Herstellung der notwendigen Planungssicherheit wünschen die Chambre des Métiers und die Chambre de Commerce eine zügige Durchführung des Gesetzgebungsverfahrens.
Die Unternehmensverantwortlichen sollen möglichst früh Klarheit erhalten, damit sie die Umstellung rechtzeitig und im eigenen Tempo vorbereiten können.
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Denis
kommentierte
Ergänzung: Rundmail der Chambre des Métiers zur verpflichtenden B2B-E-Rechnung in Luxemburg
Nachfolgend die am 20.07.2026 um 16:07 Uhr empfangene Rundmail der Chambre des Métiers im französischen Original sowie eine deutsche Übersetzung zum besseren Verständnis.
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## Französisches Original
**Facturation électronique B2B : transformer une obligation en opportunité**
Réuni le vendredi, 17 juillet 2026, le Conseil de Gouvernement a décidé de déposer un projet de loi instaurant la facturation électronique obligatoire entre entreprises (B2B) au Luxembourg, prolongeant la généralisation de la facturation électronique déjà en vigueur avec le secteur public (B2G).
Consciente des interrogations que cette évolution peut susciter, la Chambre des Métiers se positionne aux côtés des artisans luxembourgeois pour les accompagner à chaque étape de cette transition.
**Une opportunité de modernisation**
Au-delà d’une obligation légale et par le biais d’une préparation anticipée, le passage à la facturation électronique constitue une véritable opportunité de simplification administrative pour les entreprises, permettant d’automatiser le traitement des factures et réduire des opérations à faible valeur ajoutée.
La transition s'appuiera sur le réseau européen Peppol, qui permet d'échanger instantanément des documents commerciaux (facture, note de crédit, etc.) de façon standardisée et sécurisée réduisant les délais de paiement.
**Un calendrier progressif et prévisible**
Afin de permettre à chaque entreprise de préparer sereinement et à son propre rythme cette transition, le projet de loi prévoit un déploiement de la facturation électronique B2B par étapes progressives :
* 1er janvier 2028 : réception obligatoire des factures électroniques pour toutes les entreprises.
* 1er juillet 2028 : émission obligatoire des factures électroniques pour les grandes et moyennes entreprises.
* 1er janvier 2029 : extension de l’émission obligatoire aux autres entreprises, notamment les plus petites structures.**Un accompagnement complet et sur mesure**
La Chambre des Métiers déploiera plusieurs dispositifs de soutien et d’accompagnement pour guider les entreprises :
* Soutien sur le terrain : organisation de séances d’information et d'ateliers pratiques en collaboration avec la House of Entrepreneurship ; mise à disposition d'outils d’aide à la décision adaptés aux réalités du marché luxembourgeois.
* Aides financières et outils : conseil en matière de subventionnement pour l'acquisition de logiciels et une refonte complète d’une fiche technique sur la facturation électronique.La Chambre des Métiers accompagne également les artisans par rapport aux options disponibles pour émettre et transmettre des factures électroniques via Peppol :
* Louer un point d'accès Peppol auprès d’un des nombreux prestataires de services spécialisés.
* Mettre en place lui-même un propre point d'accès Peppol, une solution intéressante pour des entreprises à partir d’une certaine taille avec un propre service informatique.
* Utiliser un des logiciels de facturation ou de comptabilité ERP qui permettent par défaut l'envoi de factures conformes via Peppol.Dans l'intérêt de la compétitivité des artisans luxembourgeois et afin d'offrir la visibilité nécessaire aux dirigeants d’entreprise, la Chambre des Métiers en collaboration avec la Chambre de Commerce souhaite que ce projet de loi trouve rapidement son chemin législatif afin que les dirigeants d’entreprises disposent au plus vite de la visibilité nécessaire pour préparer sereinement cette transition, au rythme de chacun.